Korrosion an Alufelgen entsteht, wenn Feuchtigkeit und Streusalz durch Schäden in Lack oder Klarlack an das Aluminium gelangen. Typisch sind weiße Ausblühungen, Blasen unter dem Lack und bei glanzgedrehten Felgen feine weiße Fäden, die sogenannte Filiformkorrosion. Polieren hilft dagegen nicht: Die Felge muss neu bearbeitet und beschichtet werden. Hier lesen Sie, woran Sie Korrosion erkennen, wie sie repariert wird und wie Sie vorbeugen.
Glanzgedrehte Felgen sind durch ihr metallisches Schimmern und die feinen Drehriefen ein optisches Highlight an jedem Neuwagen. Doch gerade im Winter lauern erhebliche Gefahren durch Streusalz und Feuchtigkeit, da die schützende Klarlackschicht auf dem blanken Aluminium konstruktionsbedingt sehr dünn ist. Das Risiko der Unterwanderung ist hierbei allgegenwärtig: Schon kleinste Steinschläge oder minimale Kratzer am Felgenhorn reichen aus, damit aggressives Streusalz unter die Lackschicht dringen kann. Dort beginnt das Aluminium unbemerkt zu oxidieren, was zu den typischen weißen Fäden führt, die man in der Fachsprache als Filiformkorrosion bezeichnet.
Diese Arten von Korrosion gibt es
- Filiformkorrosion: feine weiße Fäden unter dem Klarlack, vor allem bei glanzgedrehten Felgen.
- Lackunterwanderung: Blasen und abplatzender Lack an lackierten Felgen, meist ausgehend von Bordstein- oder Steinschlagschäden.
- Korrosion am Felgenhorn und Reifensitz: Die Dichtfläche wird rau, der Reifen kann langsam Luft verlieren.
- Korrosion an der Nabenauflage: Die Felge sitzt fest auf der Radnabe und lässt sich beim Radwechsel schwer lösen.
Ursachen: So entsteht Korrosion
- Streusalz und Feuchtigkeit im Winter
- Steinschläge, Kratzer und Bordsteinschäden, durch die Salz unter den Lack gelangt
- Säurehaltige Felgenreiniger, die die Schutzschicht auf Dauer schädigen
- Bremsstaub und Schmutz, die lange auf der Felge bleiben
Das Risiko der Unterwanderung und die Folgen
Da diese Schäden direkt unter dem Lack entstehen, sind sie durch einfaches Polieren nicht zu beheben und erfordern eine komplette mechanische Neubearbeitung mittels CNC-Technik. Für viele Fahrzeughalter bedeutet dies einen erheblichen Wertverlust, wenn die Räder nach nur einem Winter unansehnlich werden. Um Ihre wertvollen Felgen winterfest zu machen, setzen wir bei Felgen-Brillant auf ein spezialisiertes 3-Schicht-Pulververfahren. Diese Beschichtung fungiert als echter Schutzschild gegen die Witterung und bietet eine Schlagfestigkeit von ca. 10 Joule, was effektiv vor Steinschlägen im Alltag schützt.
So werden Korrosionsschäden repariert
- Reinigen und vermessen: Die Felge wird gründlich gereinigt und geprüft, auch auf Schlag und Risse.
- Korrosion entfernen: Alte Beschichtung und Korrosion werden vollständig entfernt, damit der neue Aufbau sicher haftet.
- Neu beschichten: Grundierung, Farbe und Klarlack bauen die Oberfläche wieder auf, orientiert am Aufbau des Herstellers.
- Bei glanzgedrehten Felgen: Die Vorderseite wird auf der CNC-Maschine neu abgedreht und versiegelt. Mehr zu glanzgedrehten Felgen
Details zum Ablauf finden Sie bei der Felgenaufbereitung, beim CNC-Glanzdrehen und beim Lackieren und Pulverbeschichten.
Maximale Widerstandsfähigkeit durch moderne Technik
In Salzsprühtests halten diese Oberflächen über 200 Stunden stand, ohne Korrosionserscheinungen zu zeigen, was für die Langlebigkeit der Veredelung spricht. Dank der thermischen Aushärtung im Ofen entsteht eine homogene und robuste Kunststoffschicht, die selbst extremen chemischen Einflüssen trotzt. Wir empfehlen jedoch ausdrücklich, auf säurehaltige Felgenreiniger zu verzichten, da diese die polymere Schutzschicht langfristig schädigen können. Für Kunden, die auch im Winter nicht auf den glanzgedrehten Look verzichten möchten, bieten wir Versiegelungen mit speziellem Acryl-Pulverklarlack an: Dieser weist eine deutlich höhere Widerstandsfähigkeit als herkömmliche Flüssiglacke auf und bewahrt die Brillanz Ihres Rades selbst bei widrigen Straßenbedingungen.
So beugen Sie Korrosion vor
- Steinschläge und Kratzer früh ausbessern lassen, bevor Salz darunter gelangt
- Milde Felgenreiniger ohne Säure verwenden
- Im Winter Salz und Bremsstaub regelmäßig abwaschen
- Beim Radwechsel die Nabenauflage reinigen
- Für den Winter eine robuste Beschichtung oder einen eigenen Winterradsatz wählen
Häufige Fragen zu Korrosion an Alufelgen
Was hilft gegen Korrosion an Alufelgen?
Schäden im Lack früh beheben, keine säurehaltigen Reiniger verwenden und die Felgen im Winter regelmäßig von Salz befreien. Eine robuste Beschichtung, etwa ein 3-Schicht-Pulveraufbau oder eine Versiegelung mit Acryl-Pulverklarlack, schützt zusätzlich.
Kann man Korrosion an Felgen wegpolieren?
Nein. Korrosion sitzt unter dem Lack oder Klarlack. Polieren behebt sie nicht, die Felge muss neu bearbeitet und beschichtet werden.
Was ist Filiformkorrosion?
Feine weiße Fäden unter dem Klarlack, typisch bei glanzgedrehten Felgen. Sie entstehen, wenn Salz und Feuchtigkeit durch kleine Schäden unter die Schutzschicht gelangen.
Warum verliert mein Reifen Luft, obwohl kein Loch zu finden ist?
Eine mögliche Ursache ist Korrosion am Felgenhorn oder am Reifensitz. Dann dichtet der Reifen nicht mehr sauber ab. Ein Fachbetrieb prüft und bearbeitet die Dichtfläche.
Lohnt sich die Reparatur korrodierter Felgen?
Bei Original-Felgen meist ja. Die Aufbereitung ist in der Regel günstiger als neue Felgen und stellt Schutz und Optik wieder her.
Mehr Wissen rund um Felgen finden Sie in unserem Felgen-Ratgeber, zum Beispiel: Was sind meine Felgen wert?